Baufinanzierung

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Eine Baufinanzierung bietet nahezu jede Bank, mittlerweile auch aus dem Ausland. Es gibt ferner spezielle Hypotheken- und Discountbanken, insoweit stehen Sie einem vielfältigen Angebotsspektrum gegenüber. Hier finden Sie ein paar grundlegende Hinweise:

1. Beginnen wir bei den Darlehensarten:

Das Annuitätendarlehen ist die klassische Finanzierungsform von Immobilien. Hier zahlen Sie die Darlehenssumme in einer Kombination aus Zins und Tilgung zurück. Im Laufe der Zeit verringert sich Ihre Zinsaufwendung durch die geleistete Tilgung. Im Normalfall ist der Zins abhängig von der Laufzeit des Darlehens, also umso höher, je länger der Zins vertraglich festgeschrieben wird.Die übliche Zinsfestschreibungszeit beträgt fünf oder zehn Jahre, derzeit machen wegen der günstigen Konditionen auch längerfristige Verträge Sinn.

Beim Ratentilgungsdarlehen zahlt der Kreditnehmer festgelegte Tilgungsraten. Sinn der Sache ist hier, das dadurch die Zinsbelastung von Jahr zu Jahr sinkt. Sie bezahlen bei dieser Darlehensart zwar weniger Zinsen, dafür ist die finanzielle Anfangsbelastung allerdings wesentlich höher als beim Annuitätendarlehen.

Das Darlehen mit ausgesetzter Tilgung vermeidet zwar zum Beginn der Finanzierung zu hohe Belastungen. Sie müssen aber darauf achten, dass Sie irgendwann tilgen müssen. Lassen Sie sich umfassend beraten. Die meisten Banken verlangen in der Regel als Absicherung einen Bausparvertrag oder eine Kapitallebensversicherung.

Beim Versicherungsdarlehen wird erst am Ende der Laufzeit mit einem Mal getilgt und zwar aus der Auszahlung einer Kapitallebensversicherung. Der geliehene Betrag wird normal verzinst, wobei der Zinssatz um 0,25 Prozentpunkte niedriger sein kann. Abgesehen davon, dass die Beleihungsgrenze für diese Art der Kreditnahme sehr niedrig ist, halten wir diesen Weg für den privaten Bereich eher ungeeignet. Der aus unsere Sicht einzige Vorteil liegt darin, das bei der Finanzierung von Kapitalanlagen (fremdgenutze Immobilie) Vorteile durch das Absetzen der Zinsen als Werbungskosten entstehen könnten.

2. So finanzieren Sie Ihr Haus solide:

Kreditbedarf
Zunächt gilt es, den tatsächlichen Kreditbedarf sorgfältig zu ermitteln. Zu berücksichtigen sind dabei auch die Nebenkosten beim Grundstückserwerb, wie Maklerprovision, Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchgebühren. Auch beim Hausbau fallen Nebenkosten an: Diese sind je nach Hausangebot verschieden. Bei einigen Anbietern fehlen in den Hausangeboten die Baustelleneinrichtung, Erdarbeiten, Bodenplatte und dergleichen. In jedem Falle sind die Kosten für Grundstückseinmessung, Hausanschlüsse (Leistungswassem Abwasser, Gas, Strom, Telekom), Außenanlage usw..

Eigenkapital
Finanzierungsexperten der Stiftung Warentest und andere verbraucherorienierter Organisationen empfehlen bei Baufinanzierungen mindestens 25 Prozent Eigenkapital einzusetzen. Beim Einsatz von Eigenkapital sollten Sie jedoch auf eine Reserve von mindestens sechs Monatsgehältern zurück greifen können.
Auch die Eigenleistung (Muskelhypothek) ist eine Eigenleistung, jedoch ist diese anders zu bewerten als das Eigenkapital. Die Kostenersparnis ergibt sich größtenteils aus der Einsparung hoher Lohnkosten für die Beschäftigung von Facharbeitern am Bau. Im "Normalfal" sind die Gestaltung der Außenanlagen, die Baureinigung, die Bodenbelagsarbeiten und die Malerarbeiten ideale Eigenleistungen, jedoch dürfen die Erwartungen bei der Kalkulation der Kostenersparnis nicht allzu hoch gesteckt werden.

Finanzierungsplan
Auf jeden Fall sollten Sie sich einen Plan bis zur vollständigen Entschuldung aufstellen lassen. In Zeiten günstiger Zinsen empfiehlt sich eine langfristige Zinsbindung. Lassen Sie sich nicht locken durch Kredite mit minimaler Tilgung. Minimum sind 1,5 bis zwei Prozent Tilgung pro Jahr tilgen, besser 4 bis 7 Prozent.

Es gibt eine Vielzahl von Baufinanzierungsanbietern, die die unterschiedlichsten Produkte im Angebot haben und die verschiedensten Konditionen bieten. Es ist daher nicht einfach, das passende Produkt und den günstigsten Anbieter zu finden, jedoch ist der Wettbewerb unter den Banken enorm, und so kann man hier und da erfolgreich um günstige Zinsen und Konditionen für den Baukredit verhandeln. Auch wenn Filialbanken im Schnitt etwas teurer sind als Direktanbieter von Baufinanzierungen, so ist nicht selten dennoch eine Finanzierung über die Hausbank zu empfehlen, weil diese Sie bereits kennt und individueller auf Ihre persönliche finanzielle Situatrion eingehen kann.

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